Postgeschichte - Live erleben in Sindelfingen

Internationaler Wettbewerb und Symposium

Postgeschichte Live 2015

Spannend wird es auch wieder beim Internationalen Wettbewerb Postgeschichte live:
Sammler aus der ganzen Welt stellen sich hier einer hochkarätigen, fachkundigen Jury und konkurrieren um das "Goldene Posthorn“.

Zahlreiche Exponate kommen dieses Jahr direkt von der Iberischen Halbinsel - das diesjährige Gastland ist Portugal. Die ‚Federação Portuguesa de Filatelia‘ lässt es sich dabei nicht nehmen, einen exklusiven Sonderpreis für den Wettbewerb zu stiften.

Zusammen mit den Sammlungen aus Deutschland und zahlreichen anderen Ländern wird eine faszinierende Spannbreite geboten, die von der Vorphilatelie bis zu Labelentwertungen im heutigen Postalltag reicht


Gewinner  2014zoom

Die Jury zur Postgeschichte - Live 2015 setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Dénes Czirók (H), Jurypräsident
  • Dr. Helmut Seebald (A)
  • Dr. Eckart Bergmann (D)
  • Dr. Gerald Heschl (A)
  • Dr. Wolf Hess (D)
  • Kurt Kimmel-Lampart (CH)
  • James van der Linden (B)


Der letztes Jahr erfolgreich eingeführte 1-Rahmen-Wettbewerb hat eine große Resonanz erlebt. Er ist nun fester Bestandteil der verschiedenen Exponatklassen und bietet weiterhin die Möglichkeit, alle wesentlichen Aspekte eines eng begrenzten Themas zu bearbeiten.

Erfreulicher Weise sind die Bewerbungen für Literaturexponate gestiegen. Wie in den letzten Jahren sind auch Homepages unter den Konkurrenten dabei. Für das Studium der Literaturexponate vor Ort wird im Zentrum Philatelie unter Betreuung des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkenvereine e.V. eine kleine Leseecke eingerichtet.

 

Alle Bewerber haben inzwischen eine Teilnahmebestätigung erhalten. Für weitere Fragen stehen neben dem Veranstalter auch die Länderkommissare zur Verfügung:

Schweiz: Joos Dünki, Ebnetstr. 10, 8424 Embrach, Tel.: 0041 44 8650668,joos.duenki@bluewin.ch
Österreich: Dr. Hadmar Fresacher, Richard-Wagner-Str.9/3, 9020 Klagenfurt, Tel.: 0043 463 502049
Italien: Dr. Thomas Mathá, Leegtorweg 6/A, 39100 Bozen, Tel.: 0039 347 5511471,t.matha@dnet.it
Ungarn: Denes Czirok,Pacsirta U 9/1, 8900 Zalaegerszeg,czirok.d@t-online.hu

 

Symposium für Postgeschichte

Ein fester Bestandteil ist das eintägige Symposium für Postgeschichte, das auch in diesem Jahr unter der Leitung von Klaus Weis fortgeführt wird. Was hier geboten wird ist einmalig und in dieser Qualität nur in Sindelfingen zu finden. Er konnte erneut erstklassige Referenten dafür gewinnen.

Wir freuen uns auf spannende Vorträge am Freitag, den 30.10. ab 13 Uhr:

 

Briefpostbeförderung aus dem eingeschlossenen Paris

während des deutsch-französischen Krieges 1870 - 1871 mit der Ballonpost nach Sachsen

Arnim Knapp

1811 - New York nach HAVANA zoom

Die gezeigten Ballon-Briefe sind die ersten Luftpostbriefe der Welt nach Sachsen.

Während der Zeit der Belagerung von Paris stiegen insgesamt 67 unlenkbare Ballone auf. 55 davon mit 2,5 Millionen Briefen und Postkarten im Gesamtgewicht von 10.000 kg, 363 Brieftauben, 238 Passagiere und sogar sechs Hunde beförderten. Die meisten der Ballone gingen im sicheren Ausland oder im unbesetzten Frankreich nieder.
Drei Ballone fielen den Deutschen in die Hände, zwei wurden Opfer der Fluten.

Nachdem die Ballon-Post aus Paris bereits am 23. September 1870 nur 4 Tage nach dem vollständigen Schließen des Belagerungsrings um Paris fast fahrplanmäßig begonnen hatte wurde auch Post in das Königreich Sachsen aus der belagerten Stadt gesandt. Der früheste dem Autor bekannte Brief nach Sachsen wurde am 1. Oktober 1870 in Paris aufgegeben. Seine Beförderung aus der Stadt erfolgte am 7. Oktober mit dem Ballon-Aufstieg „L´Armand Barbes“.

Es sind folgende typische Korrespondenzen aus dem belagerten Paris mit dem Ballon ausgeflogen worden:

  • Kriegsberichterstattung der Nachrichtenagentur HAVAS und Propagandaschriften mit der „Kgl. Sächs. Zeitung“ in Leipzig und mit der „Gazette Universell Allemand“ des Brockhaus-Verlags in Leipzig
  • Kriegsgefangenenpost in die Heimat
 

Stadtpost-Brief, das Schreiben zwischen zwei Damen enthält Angaben über den plötzlich ausgebrochenen Französisch-Deutschen Krieg.

Nach der französischen Kriegserklärung vom 19. Juli in Berlin begannen die Feindseligkeiten mit den französischen Truppen am 1. / 2. August 1870 im Raum Saarbrücken.
Der Brief vom 31. VII. 1870 aus Niesky wurde als Stadtpostbrief in Dresden am 5. VIII. 1870 aufgegeben.

"Liebe Johanna,
leider war es mir nicht möglich wegen des so plötzlich ausgebrochenen Krieges bei meiner Rückkehr nach Hohenhaus Dich noch, wie ich mir fest vorgenommen, in Dresden zu besuchen, denn ich mußte mich eilen um nach Hause zu kommen."

1870 - Stadtpostbrief Dresdenzoom

Kuba - Der "Dreieckshandel" (2)

Früher Handel über den Nordatlantik von 1764 bis zum Anschluss an den Allgemeinen Postverein

Dr. Wolf Heß

1811 - New York nach HAVANA zoom


Die USA und England komplettierten den "Dreieckshandel". Während dieser seitens der USA bis 1847 durch private Schiffe besorgt wurde, richtete England 1827 die Schiffslinie der "Mexican Packets" ein.

1834 - HABANA nach Londonzoom

Die Portugiesische Post- geschichte im 19. Jahrhundert
und die Postreformen von 1852, 1869 und 1880

Pedro Marçal Vaz Pereira

PGLzoom
 

Bis 1799 war die Portugiesische Post in den Händen der Portugischen Familie Matta. Im Jahre 1799 erwarben die portugiesischen Behörden, die bis dahin privaten Postaktivitäten um einen besseren und flächendeckenden Postservice aufzubauen.
Viele neue Poststationen wurden kreiert und die Einführung von Briefmarken führte zu einer rasanten Entwicklung des Postservices in Portugal.
Die erste Portugiesische Briefmarke erschien am 1. Juli 1853. Um dieses zu ermöglichen war eine umfangreiche Postreform notwendig die 1852 genehmigt und veröffentlicht wurde. Weitere praxisorientierte Reformen wurden im Laufe der Zeit notwendig und das XIX Jahrhundert sah weitere Reformen in 1869 und 1880.
Diese Reformen führten zu weitreichenden Veränderungen in den Regeln und des Postservices für die Benutzer in Portugal.

PGLzoom
 
PGLzoom
 
Es ist für mich eine Ehre, anlässlich des philatelistischen Kongresses in Sindelfingen, die interessante Portugiesische Postgeschichte und ihre Reformen im Wandel der Zeiten des XIX Jahrhunderts zu präsentieren.