Börsenordnung

§ 1 Geltungsbereich

Die Börsenordnung gilt für alle Aquarienbörsen, die von der Messe Sindelfingen durchgeführt werden.

§ 2 Gegenstand der Aquarienbörse

Auf der Aquarienbörse dürfen nur angeboten werden, Tiere und Pflanzen, die in Aquarien und Terrarien gepflegt werden, sowie deren Eier und Samen, wenn ihre Haltung oder der Handel mit ihnen nach der Tier-, Arten- und Naturschutzgesetzgebung nicht verboten ist.
Es dürfen nur Tiere aus eigener Nachzucht angeboten werden.
Die Gattung und ggf. Art der angebotenen Aquarientiere muss in der Anlage der Börsenanmeldung gesondert aufgeführt werden.
Angeboten werden darf ferner nur ersichtlich gebrauchtes Zubehör für die Pflege von Tieren bzw. Pflanzen.

Nicht erlaubt ist das Anbieten von Tieren und Pflanzen, die speziell für den Verkauf auf der Börse erworben wurden und von im Handel erhältlichem Futter jeglicher Art, sowie aus der Natur entnommenem Lebendfutter.

§ 3 Anbieter

Alle Anbieter müssen die erforderlichen Kenntnisse über die tier- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen besitzen, der Nachweis des entsprechenden VDA Sachkundenachweises ist wünschenswert. Besitzer des Züchterzertifikats werden bei der Börsenplatzvergabe bevorzugt.
Die tierschutz- und artenschutzrechtlich vorgeschriebenen Dokumente sind mitzuführen.
Gewerbliche Anbieter haben ihre Erlaubnis gem. §11 TierSchG mitzuführen.

§ 4 Tierschutzrechtliche Bestimmungen

Folgende Bestimmungen sind im Sinne des Tierschutzes unabdingbar und ausnahmslos zu beachten:

  1. Tiere dürfen nur in geschlossenen Räumen angeboten werden.
  2. Es dürfen nur unverletzte Tiere in einem einwandfreien und gesunden Zustand angeboten werden.
  3. Als Behältnisse sind nur genügend große Transportbehälter und Aquarien/Terrarien zugelassen, die von ihrer Größe her den Ansprüchen der angebotenen Tiere gerecht werden. Eventuell dazu ergangene oder ergehende gesetzliche Vorschriften sind zu beachten.
  4. Eine Überbesetzung der Börsenbecken ist nicht zulässig (Besatzdichte in Abhängigkeit der Tierart).
  5. Die Börsenbecken sind auf einer Temperatur zu halten, die den Ansprüchen der angebotenen Tiere genügt. Die für die angebotenen Tiere zuträglichen Wasserwerte (- parameter) sind zu beachten.
  6. Den Börsenbecken ist bei kiemenatmenden Fischen auf geeignete Weise Sauerstoff zuzuführen.
  7. Unverträgliche Arten oder Einzelgänger sind separat zu halten. Kampffischmännchen sind einzeln zu halten und dürfen keinen Sichtkontakt untereinander haben, Wasservolumen mindestens 1 Liter.
  8. Es ist ein Mindestmaß an Versteckmöglichkeiten und Strukturierung erforderlich (Pflanzenteile, Steine, Wurzeln o.ä.), Ausnahme: Schwarmfische.
  9. Die Börsenbecken sind während der Börse durch den Anbieter oder einen Beauftragten ununterbrochen zu beaufsichtigen. Es ist vor allem darauf zu achten, dass niemand an die Scheiben der Börsenbecken klopft oder durch andere vermeidbare Manipulationen die Tiere beunruhigt.
  10. Börsenbecken müssen auf Tischhöhe (mindestens 70 - 80 cm über dem Boden), größere Behältnisse können, bei Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen, auch bodengleich aufgestellt werden. Die Börsenbecken sollen möglichst nur von oben und einer Seite her einsehbar sein. Unter Beachtung von § 4.8 darf zusätzlich auch die Rückseite einsehbar sein, wenn der Verkauf von der Beckenrückseite aus erfolgt.
  11. Es muss temperiertes Wasser mit für die Tiere zuträglichen Wasserwerten zum Auffüllen der Börsenbecken bereitgehalten werden, für den Fall, dass der Wasserspiegel durch Wasserentnahme für die Transportbehältnisse zu stark absinkt.
  12. In den Räumen, in denen die Börse stattfindet, darf nicht geraucht werden.
  13. Die Abgabe und der Transport der Tiere darf nur in eigens dafür angebotenen Fischtransportbeuteln/ Transportbehältnissen mit entsprechendem Wärme- und Sichtschutz erfolgen.

§ 5 Beratung und Information

Die Börsenbecken sind mit Schildern ¹ zu versehen, die auch noch aus einer Entfernung von mindestens 50 cm gut lesbar sind, aus denen hervorgeht:

  1. Name des Züchters/Anbieters ²
  2. Artenname (wissenschaftlich/deutsch)
  3. gegebenenfalls Herkunftsgebiet
  4. Pflegehinweis (Wasserwerte, Temperatur, Vergesellschaft- ung)
  5. Fütterungshinweise
  6. eventuell erforderliche weitere besonders zu beachtende Hälterungsbedingungen
  7. Preis/Tauschwert

Vom Anbieter wird zusätzlich erwartet, dass er den Kauf- oder Tauschinteressenten über die Pflegebedingungen der erworbenen Tiere und Pflanzen fachkundig berät.

§ 6 Überwachung der Börsenordnung

Für die Überwachung des ordnungsgemäßen Ablaufes und der Einhaltung der Börsenordnung und ihrer Durchführungsbestimmungen sowie der weiteren Auflagen der Erlaubnisbehörde nach § 11 Abs. 1 Nr. 2c TierSchG ist von der Messe Sindelfingen ein verantwortlicher Börsenwart und ein Stellvertreter zu bestimmen. Beide müssen sachkundig sein.

Der Börsenwart wird durch weiteres sachkundiges Aufsichtspersonal unterstützt. Der Börsenwart und das Aufsichtspersonal ist gegenüber den Anbietern und Besuchern weisungsberechtigt. Der Börsenwart und die Aufsichtspersonen müssen als solche erkennbar sein.

Der Börsenwart kann bei Zuwiderhandlung gegen die Börsenordnung oder die weiteren Auflagen der Erlaubnisbehörde Anbieter und Besucher mit sofortiger Wirkung von der Börse ausschließen und auf Kosten des Anbieters Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung des Tierschutzes treffen.

§ 7 Haftung

Vermittelt die Messe bei dem Ausrichten einer Börse lediglich die Gelegenheit, die auf einer Börse zugelassenen Tiere und Pflanzen oder gebrauchtes Zubehör einem interessierten Publikum anzubieten, kommen rechtswirksame Geschäfte nur zwischen dem Anbieter als Verkäufer und dem Käufer, bzw. zwischen den Beteiligten einer Tauschaktion, zustande. Der Messe selbst erwächst aus diesen Geschäften keine Haftung oder Gewährleistung.

Weiterhin übernimmt die veranstaltende Messegesellschaft in diesem Falle für die mitgebrachten Tiere, Pflanzen oder sonstige Gegenständen und für zur Verfügung gestellte Einrichtungen und Gegenstände keine Haftung. Jeder Anbieter hat sich vor Inanspruchnahme von Einrichtungen und Sachen, die die Messegesellschaft für die Börse zur Verfügung stellt, von deren ordnungsgemäßen Zustand und Funktion selbst zu überzeugen.

§ 8 Überwachung und Anordnung von Maßnahmen durch die zuständige Behörde

Die nach dem Tierschutzgesetz zuständige Behörde hat jederzeit Zutritt zu den Börsenräumen. Sie kann bei Rechtsverstößen oder Verstößen gegen Auflagen des Erlaubnisbescheides die erforderlichen Maßnahmen anordnen. Der Börsenwart und das Aufsichtspersonal sind dabei der zuständigen Behörde im erforderlichen Umfange behilflich.

§ 9 Ergänzungen zur Börsenordnung

Die Börsenordnung kann durch eine als Anlage angefügte Durchführungsbestimmung ergänzt werden, die dann Bestandteil dieser Börsenordnung ist. Die Ergänzungen dürfen jedoch nicht den in der Börsenordnung niedergelegten Grundsätzen widersprechen.

§ 10 Bekanntgabe

Vor Börsenbeginn werden an deutlich sichtbarer Stelle die Börsenordnung sowie die Durchführungsbestimmungen in erforderlicher Anzahl ausgehängt. Von jedem Anbieter wird vor Börsenbeginn eine schriftliche Erklärung eingeholt, dass dieser die Börsenordnung und die Durchführungsbestimmungen zur Kenntnis genommen hat und sich verpflichtet, diese einzuhalten.

Anlage als Änderung, bzw. spezifizierter Auslegung:

  1. Alle Ausstellungsbecken müssen Bodengrund enthalten. Dieser soll den Glasboden zu mindestens 80% bedecken. Diese Maßnahme behebt das Problem der Desorientierung der Tiere.
  2. Ausstellungsbecken, die Tiere mit potentiellen Krankheitssymptomen enthalten, sind laufend zu überwachen, bzw. bei Krankheitsanzeichen zu sperren.
  3. Im Verdachtsfall des Punkt 2. ist ein sofortiges Sperren der Angebote, in schlimmeren Fällen sogar des Anbieters selbst, ohne Abgabe einer Begründung, legitim.
  4. Kontrolle, Sperrungen und Weisungen dürfen nur vom Börsenwart oder Amts-Veterinär durchgeführt werden.
  5. Weisungen der Messeleitung sind Folge zu leisten.
  6. Für Terrarientiere und Nager werden die weiterführenden Bestimmungen vor Ort ausgelegt.