„Königliche Highlights“ auf der „Antik & Kunst“: Zwei Stühle aus dem württembergischen Königshaus

12.01.2017

Es waren gleich drei württembergische Könige, die sie besaßen: Auf der „Antik & Kunst“ in der Messe Sindelfingen wird der renommierte Biedermeier-Spezialist Axel Schlapka aus München zwei Stühle aus Kirschbaumholz präsentieren. Die edlen Stücke gehörten zum Hofinventar und entstanden ca. 1820 – zu einer Zeit, in der Goethe, Hölderlin und Hauff noch lebten und Karl Freiherr von Drais gerade sein berühmtes „Veloziped“ erfunden hatte …

Bildnachweis: Biedermeiermöbel Schlapka KGzoom
Bildnachweis: Biedermeiermöbel Schlapka KG


1820 – wir befinden uns in Stuttgart, in der Epoche des Biedermeier. Es war eine Zeit, in der Goethe, weit weg in Weimar, noch unter den Lebenden weilte und an der Fortsetzung seines „Wilhelm Meister“ schrieb. Friedrich Hölderlin hatte eine schwere Zeit hinter sich und lebte bereits in seinem Turmzimmer. Der junge Wilhelm Hauff hingegen hatte gerade sein Studium in Tübingen begonnen ...



Als technische Innovation war drei Jahre zuvor das so genannte Veloziped des Karl Freiherr von Drais auf den Plan getreten – eine Laufmaschine mit zwei Rädern, die als die Urversion unseres Fahrrads gilt.
Wilhelm I., der zweite König von Württemberg, residierte damals mit seiner frisch angetrauten dritten Ehefrau im Neuen Schloss. Der junge Monarch, der sich nach dem schlimmen „Hungerwinter“ 1816 /17 sehr für sein notleidendes Volk einsetzte, engagierte sich stark für den wirtschaftlichen Aufbau seines Landes. Er war es auch, der z.B. das heute weltberühmte Cannstatter Volksfest ins Leben rief.

Für diesen König wurden um das Jahr 1820 zwei Stühle gefertigt, die auf der Antik & Kunst 2017 von dem renommierten Münchner Kunsthändler Axel Schlapka präsentiert werden. Nach dem Tod von Wilhelm I. gingen die königlichen Sitzgelegenheiten in den Besitz seines Sohnes und Nachfolgers König Karl über, der letzte königliche Eigentümer war wiederum dessen Neffe Wilhelm II., der als der letzte König von Württemberg in die Geschichte einging.

Projektleiterin Birgit Strehler zeigt sich beglückt über die zwei königlichen Sitzmöbel auf der Antik & Kunst: „Wir freuen uns sehr, dass wir auch diesmal wieder exquisite Möbelstücke von höfischer Provenienz unter unseren Exponaten haben werden.“ Eine Besonderheit der beiden Stühle aus Kirschbaumholz freut sie ganz besonders: „Die Stühle sind noch nicht bezogen, so dass man – was wirklich sehr selten ist – die originale Polsterung sehen kann! Man darf gespannt sein, bei welchem kunstsinnigen Antiquitäten-Liebhaber diese königlichen Stühle ihre neue Heimat finden werden.“ Ein Namensaufkleber auf der Stuhlzarge von König Wilhelm II., eingebrannte Hirschstangen, die sich heute noch im Württembergischen Wappen finden, und die Abkürzung KRG (= Krongut), so Strehler, verweisen noch heute auf die Herkunft aus dem württembergischen Königshaus. Über den Preis der edlen Möbel schweigt die Projektleiterin sich aus.

Wer sich auch mit bürgerlichen Möbeln aus dem frühen 19. Jahrhundert „zufriedengibt“, wird am Stand von Axel Schlapka ebenfalls in bester Weise fündig: Ein Beispiel, so Birgit Strehler, ist ein wertvoller Schreibschrank aus furniertem Mahagoni mit feuervergoldeten Beschlägen, der, ebenfalls in Stuttgart, um das Jahr 1810 entstand und vermutlich von dem berühmten Ebenisten Johannes Klinckerfuß stammt. Ein beeindruckendes, 156 cm hohes Möbelstück und eine Zierde für das edle Domizil.

Antikmöbel aus edelster Provenienz, dazu ein reiches Angebot an weiterem Mobiliar wie Porzellan oder Glas sowie Schmuck und Kunst aus den vergangenen Jahrhunderten: Die Besucher der Antik & Kunst, die vom 12. bis 15. Januar in der Messe Sindelfingen stattfindet, können sich auf einen inspirierenden Spaziergang durch die Ästhetik der verschiedenen Epochen freuen.

Alle Informationen zur Antik & Kunst 2017 finden sie hier.