Postgeschichte Live

Internationaler Wettbewerb und Symposium

 
PGL



Der Jurybericht Postgeschichte-Live 2016 steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Neu: ab sofort gibt es eine Auflistung aller Ergebnisse von 1989 bis heute.

Viel Spaß beim Stöbern.

 
PGL 2016


Spannend wird es auch wieder beim Internationalen Wettbewerb Postgeschichte live:
Sammler aus der ganzen Welt stellen sich hier einer hochkarätigen, fachkundigen Jury und konkurrieren um das "Goldene Posthorn“.
Wir erwarten wieder zahlreiche nationale und internationale Exponate, die eine faszinierende Spannbreite versprechen.






Die Jury zur Postgeschichte - Live 2016 setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

• Dénes Czirók (H), Jurypräsident
• Dr. Helmut Seebald (A)
• Dr. Eckart Bergmann (D)
• Dr. Gerald Heschl (A)
• Dr. Wolf Heß (D)
• Claude Montandon (CH)
• James van der Linden (B)

Wir haben Ihr Interesse geweckt und Sie möchten sich dem Urteil der fachkundigen Jury stellen? Die Bewerbungsunterlagen finden Sie in unserem Downloadbereich. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2016.

Neben dem Veranstalter stehen Ihnen auch verschiedene Länderkommissare für Fragen zur Verfügung:

Schweiz: Joos Dünki, Ebnetstr. 10, 8424 Embrach, Tel.: 0041 44 8650668,
joos.duenki@bluewin.ch

Österreich: Dr. Hadmar Fresacher, Richard-Wagner-Str.9/3, 9020 Klagenfurt,
Tel.: 0043 463 502049

Italien: Dr. Thomas Mathá, Leegtorweg 6/A, 39100 Bozen, Tel.: 0039 347 5511471,
thomasmathabz@gmail.com

Ungarn: Denes Czirok,Pacsirta U 9/1, 8900 Zalaegerszeg,czirok.d@t-online.hu

Belgien: Donald Decorte, Tennisbaanstraat 19, 9000 Gent, donald.decorte@telenet.be


Symposium für Postgeschichte


Ein fester Bestandteil ist das eintägige Symposium für Postgeschichte, das auch in diesem Jahr unter der Leitung von Klaus Weis fortgeführt wird. Was hier geboten wird ist einmalig und in dieser Qualität nur in Sindelfingen zu finden. Er konnte erneut erstklassige Referenten dafür gewinnen.
Wir freuen uns auf spannende Vorträge am Freitag, den 28. Oktober ab 13 Uhr:

 

Unzureichend frankierte Transatlantikbriefe von Deutschland nach den Vereinigten Staaten von Amerika 1872 - 1875

Hansmichael Krug

Abb.1:  2 statt 2½ Gr. auf Brief bis 15 Gramm via Bremen von BERLIN ANHALTER-BAHNH: 13 9 (1872) mit rückseitigem Durchgangsstempel von BREMERHAVEN 14 9 72 mit dem Dampfer „Main“ des Norddeutschen Lloyd nach USA. Zur Kennzeichnung der unzureichenden Frankatur wurde der Brief in Bremen mit dem schwarzen Zweizeiler „UNGENÜGEND FRANKIRT“ gestempelt.
Das Porto für den unzureichend frankierten Brief errechnet sich aus dem Porto für einen unfrankierten Brief abzüglich der Frankatur von 2 Groschen umgerechnet als 4 Cent, d. h. 12 Cent - 4 Cent = 8 Cent. Diese Gebühr wurde (handschriftlich teils unter der Nachsendefrankatur vermerkt) beim Empfänger eingezogen. In Hartfort wurde der Brief umadressiert und mit 3 Cent (Ausgabe 1870) für das inneramerikanische Porto nach Marblehead (Mass.) nachfrankiert.
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Abb.1: 2 statt 2½ Gr. auf Brief bis 15 Gramm via Bremen von BERLIN ANHALTER-BAHNH: 13 9 (1872) mit rückseitigem Durchgangsstempel von BREMERHAVEN 14 9 72 mit dem Dampfer „Main“ des Norddeutschen Lloyd nach USA. Zur Kennzeichnung der unzureichenden Frankatur wurde der Brief in Bremen mit dem schwarzen Zweizeiler „UNGENÜGEND FRANKIRT“ gestempelt.
Das Porto für den unzureichend frankierten Brief errechnet sich aus dem Porto für einen unfrankierten Brief abzüglich der Frankatur von 2 Groschen umgerechnet als 4 Cent, d. h. 12 Cent - 4 Cent = 8 Cent. Diese Gebühr wurde (handschriftlich teils unter der Nachsendefrankatur vermerkt) beim Empfänger eingezogen. In Hartfort wurde der Brief umadressiert und mit 3 Cent (Ausgabe 1870) für das inneramerikanische Porto nach Marblehead (Mass.) nachfrankiert.
 

Unzureichend frankierte Korrespondenzen sind für den postgeschichtlich interessierten Philatelisten das wahre Salz in der Suppe, für einige andere sind sie eher abschreckend.
Der folgende Beitrag soll zeigen, dass bei Beachtung der verschiedenen Transitwege die Verfahrensweise zur Ermittlung der Nachgebühr einfachen Gesetzmäßigkeiten unterliegt.

Die Gebührensätze für Briefe pro 15 Gramm nach den USA sind in der Generalverfügung No 74 vom 21.9.1871 (Amtsbl. No. 33/1871) verfügt und gelten vom 1.10.1871 bis zum 30.6.1875.
Das Porto beträgt bei der Beförderung über England (via Köln und Ostende):
Im Frankierungsfall: 3 Groschen oder 10 Kreuzer, aus den USA 7 Cent.
Im Nichtfrankierungsfall 6 Groschen oder 21 Kreuzer, nach den USA 14 Cent.
Bei der Beförderung via Bremen und Hamburg:
Im Frankierungsfall: 2½ Groschen oder 9 Kreuzer, aus den USA 6 Cent.
Im Nichtfrankierungsfall: 5 Groschen oder 18 Kreuzer, nach den USA 12 Cent.
Ab dem 1.7.1875 gelten die Bestimmungen des Allgemeinen Postvereins mit dem einheitlichen Porto von 20 Pfennig bzw. 5 Cent pro 15 Gramm unabhängig vom Transitweg.

Um den Austausch der Korrespondenzen zu erleichtern, versuchten die Postverwaltungen den Anteil der unfrankierten Briefe (alle anderen unterlagen dem Frankierungszwang) durch hohe Gebühren zu verringern. Dass dieses Ziel erreicht wurde, zeigen die Statistiken der Deutschen Reichspostverwaltung. Während im Jahr 1871 noch über 25% aller Briefe unfrankiert aufgegeben wurden, waren es im Jahr 1875 nur noch annähernd 10%.
Die Behandlung unzureichend frankierter Briefe ist in den Ausführungsbestimmungen zum Postvertrag vom 21.10.1867 in der Gen. Verf. No. 206/1867 festgelegt und galt bis zum 30.6.1875. Sie ist nachfolgend auszugsweise zitiert:
Die mit Freimarken oder Franco-Couverts u8ngenügend frankierten Briefe werden als unfrankierte Briefe behandelt und taxirt, jedoch wird der Werth der verwendeten Freimarken etc. dabei zu Gute gerechnet, so dass nur noch der an der Taxe für einen unfrankierten Brief fehlende Betrag von dem Adressaten eingezogen wird.
Bei der Umwandlung der Amerikanischen Währung in die Thaler-Währung ist 1 Cent gleich 5 Pfennigen zu rechnen. Die bei dem Ergänzungsporto sich ergebenden Bruchteile eines Silbergroschens werden aufsteigend auf viertel Silbergroschen abgerundet. Bruchteile eines Kreuzers sind auf volle Kreuzer aufsteigend abzurunden.
Die Bestimmungen im oben zitierten Vertrag beziehen sich auf den Golddollar (71 Cent = 1 Thaler). Die US-Banknoten (Papiergeld, Notes) entsprachen zu dieser Zeit nicht genau dem Wert des Golddollars. Ein täglich wechselnder Umrechnungskurs lag in der Zeit von 1872 bis 1875 zwischen 1,06 und 1,20. Mit diesem Faktor musste der Golddollarwert multipliziert werden, um die Notes zu errechnen.
Mit der Kenntnis dieser Bestimmungen können die Taxen der unzureichend frankierten Briefe bei Kenntnis des Transitweges errechnet werden.
Durchgängig gilt folgende Vorgehensweise:
1.Ermittlung des Transitweges
2. Tarifermittlung anhand des geltenden Vertrages
3. Umrechnung der Frankatur in die Währung des Empfängerlandes
4. Ausrechnung der einzuziehenden Gebühr
Der Transitweg ist an den verschiedenen Formen der verwendeten „Ungenügend frankirt“-Stempel zu erkennen. Mit Hilfe der USA-Eingangsstempel von New York kann man in den Schifffahrtslisten nachsehen, mit welchem Schiff der Brief angekommen ist. Diese Listen findet man im Standartwerk von Walter Hubbard/ Richard F. Winter „North Atlantic Mail Sailings 1840 - 1875“.

1870/71
Auslandsposten der deutschen Postverwaltung aus den besetzten französischen Territorien

1870 bis zum Abschluss des ersten Postvertrages zwischen Frankreich und dem geeinten Deutschland

Georg Mehrtens

Abbildung 1: Nancy, 18. Sep. 1870 nach Wien
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Abbildung 1: Nancy, 18. Sep. 1870 nach Wien
 

Nach ersten siegreichen Schlachten Anfang August 1870 im nordöstlichen Frankreich befanden sich die deutschen Streitkräfte im Vormarsch und besetzten bald große Gebiete im Norden und Osten. (Im September wurde Paris einge-schlossen und die Kanal-Küste erreicht.) Nachdem schon im August ein umfassender Sieg der deutschen Armeen absehbar war, betrauten die deutschen Postverwaltungen die Administration der Posten (Abkürzung: AdP) mit dem zivilen Postverkehr in den besetzten französischen Territorien. Die AdP unterstand dem Generalpostamt in Berlin. Neben dem Norddeutschen Bund stellten Baden, Bayern und Württemberg Mitarbeiter für die AdP.

Grundsätzliche Überlegungen führten zur Einführung des nur in einigen wenigen Fällen modifizierten französischen Tarifs für Auslandskorrespondenzen. Beispiele werden präsentiert.

Besondere Vereinbarungen traten nach Beendigung des Krieges für den Postverkehr von und nach Paris in Kraft. In Versailles kontrollierte die deutsche Verwaltung anfangs die Einhaltung der vertraglichen Abmachungen.

Paris, 13. Februar nach Tournaizoom
Abbildung 2: Paris, 13. Februar nach Tournai


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Abbildung 2: Paris, 13. Februar nach Tournai


 

Nach dem Fortschreiten des Feldzuges entschied die Regierung des Norddeutschen Bundes das Elsass und einen großen Teil Lothringens aus der Zuständigkeit der AdP zu lösen. Im Elsass und in Deutsch-Lothringen wurden Oberpost-direktionen (mit Sitz in Strassburg und Metz) eingerichtet und direkt dem Generalpostamt in Berlin unterstellt. Der erste (deutsche) Auslands-Tarif für beide Gebiete hatte am 11. Nov. 70 Gültigkeit.

Belege aus der Übergangszeit wie auch Belege im Überseeverkehr nach Nord- und Südamerika, der Karibik, Asien und Afrika vermitteln einen Einblick in einen äußerst abwechslungsreichen Bereich der Postgeschichte Deutschlands und Frankreichs gleichermaßen.

 
Abbildung 3: Strassburg, 20. Dez. 1871 nach Cairozoom
Abbildung 3: Strassburg, 20. Dez. 1871 nach Cairo

The impact of conventions and the Postal Reform on overweight letters in international pre-adhesive exchanged mails

Paul Wijnants

Abbildung 1: Belgie Brief 1839zoom
Abbildung 1: Belgie Brief 1839
 

Prior to 1801 international mail was handled by each country. Starting from the first postal convention between France and the German Empire the exchange of mail was handled complete different with the start of exchange offices, credits per amount of weight. These early conventions had a great impact regarding the overweight or heavy letters. With the introduction of the Postal reform in Great Britain, the rates for overweight dropped spectacular and mail became available for everyone.

Abbildung 2: Mexico Pink Moustachezoom
Abbildung 2: Mexico Pink Moustache
 
Abbildung 3: Hamburg TTR4zoom
Abbildung 3: Hamburg TTR4