Postgeschichte - Live erleben In Sindelfingen

PGL



Spannend wird es auch wieder beim Internationalen Wettbewerb Postgeschichte live:
Sammler aus der ganzen Welt stellen sich hier einer hochkarätigen, fachkundigen Jury und konkurrieren um das "Goldene Posthorn“.

Mit über 20 Exponaten ist in diesem Jahr auch die legendäre Royal Philatelic Society London (RPSL) unter den Wettbewerbern, eine der bedeutendsten philatelistischen Vereinigungen der Welt.



Zusammen mit den Sammlungen aus Deutschland und zahlreichen anderen Ländern wird eine faszinierende Spannbreite geboten, die von der Vorphilatelie bis zu Labelentwertungen im heutigen Postalltag reicht.

Die Jury zur Postgeschichte live 2014 setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Dr. Helmut Seebald (A), Jurypräsident
  • Dr. Eckart Bergmann (D)
  • Dr. Gerald Heschl (A)
  • Dr. Wolf Hess (D)
  • Kurt Kimmel-Lampart (CH)
  • James van der Linden (B)
  • Dénes Czirók (H)


Der Jury-Bericht Postgeschichte Live 2014 steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung


In diesem Jahr wird die Ausstellung erstmalig um einen 1-Rahmen-Wettbewerb erweitert, in dem alle wesentlichen Aspekte eines eng begrenzten Themas bearbeitet werden können. Mit dieser Neuerung – zunächst als Pilotprojekt – wird dem Wunsch zahlreicher Aussteller nachgekommen. Darüber hinaus sollen die modernen postgeschichtlichen Sammlungen ab 1921 ein stärkeres Gewicht bekommen.

Für das Studium der Literaturexponate vor Ort wird im Zentrum Philatelie unter Betreuung des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkenvereine e.V. eine kleine Leseecke eingerichtet.

 

Symposium für Postgeschichte

Ein fester Bestandteil ist das eintägige Symposium für Postgeschichte, das auch in diesem Jahr unter der Leitung von
Klaus Weis fortgeführt wird. Was hier geboten wird ist einmalig und in dieser Qualität nur in Sindelfingen zu finden.

Er konnte erneut erstklassige Referenten dafür gewinnen. Wir freuen uns auf spannende Vorträge
am Freitag, 24.Oktober 2014 ab 13 Uhr von:

 

Kuba - Der "Dreieckshandel"

Dr. Wolf Hess (D)

Früher Handel über den Nordatlantik von 1764 bis zum Anschluss an Allgemeinen Postverein mit Unterstützung Französischer Schifffahrtslinien

Während des 18ten und der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts war die Insel Kuba der wichtigste Zwischenhalt für Handel und Kommunika-tion bis sie durch das Drehkreuz St. Thomas darin abgelöst wurde.

Intensive Handelsbeziehungen wurden insbesondere mit Spanien, den USA und England unterhalten, der als "Dreieckshandel" beschrieben wurde.

Kuba - der Dreieckshandel / Dr. Wolf Hesszoom
Kuba - der Dreieckshandel / Dr. Wolf Hess


Nutzholz, Mehl und Fleisch wurden aus den USA importiert und Kuba exportierte Kaffee, Melasse, Rum und Zucker im Gegenzug. Diese Güter tauschte die USA wiederum mit England gegen Eisen, Seide und Tee, von dem ein Anteil wieder nach Kuba/Spanien weitergegeben wurde.

Dieser regelmäßige Warenaustausch wurde erst möglich, nachdem Spanien 1764 die "Correos Maritimos del Estado" ins Leben gerufen hatte.

Irland und die Postreform

Dieter Michelson (D)

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema der Postreform des 19. Jahrhunderts, angestoßen durch die Gewerbetreibenden und Händler und strukturiert und umgesetzt durch Sir Rowland Hill im Zeitalter der industriellen Revolution.

Warum Irland in diesem Zusammenhang behandelt wird? Einen Eintrag auf der philatelistischen Landkarte erhielt Irland bei den meisten erst im Jahre 1922. Dem Jahr, als sie das erste Mal eigene Briefmarken verausgabten die heute so beliebten Überdruckmarken auf den Seahorse-Marken Englands.

Für eingefleischte Postgeschichtler mit irischem Blick ist das natürlich ganz anders. Erste Post-/Botendienste gehen zurück in die Mitte des 16. Jahrhunderts und entwickelten sich – teilweise unter Mitwirkung der englischen Autoritäten – etwas langsamer als in England, dem Land, wo alles gelenkt und bestimmt wurde.

Ab 1874 genoss Irland für fast 47 Jahre postalische Unabhängigkeit vom Mutterland, mit eigenen Regeln und teilweise eigenen Porti. Man erzielte während dieser Unabhängigkeit auch ganz gute Gewinne mit dem Postsystem.

Dieter Michelsonzoom

In den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts kamen in England erste starke Forderungen nach einer Postreform auf. Die einen forderten preiswerte Möglichkeiten für ‚die kleinen Leute‘ mit ihren weit entfernten Verwandten korrespondieren zu können, Geschäftsleute forderten kostengünstige Möglichkeiten Waren und Dokumente zu verschicken. Es passte in die Zeit: Die Industrialisierung ‚globalisierte‘ die Welt, und ganz vorne stand zu jener Zeit England mit ihren Produktionstechniken und ihren Kolonien! Familien wurden dank Emigration auseinandergerissen, Waren mussten in ferne Länder verschickt werden.

Irland stand da ein bisschen Abseits, wie ein Appendix des großen Bruders, das Postsystem war aber seit den 30-er Jahren wieder dem des Königreichs unterstellt. Dublin war nach London und Edinburgh das wichtigste Zentrum der Post. 1839 wurde das allgemeine 4d-Porto eingeführt, knapp einen Monat danach das 1d-Porto für einen Brief unter einer halben Unze.

Am 6. Mai 1840 war es dann endlich soweit: Die erste Marke der Welt wurde postgültig und über die Schalter der Postämter verkauft. Auch in Irland?

Tobago

Nigel S Chandler MBE, FRPSL (GB)

Wenn man diesen Namen hört bringt man ihn meist in Zusammenhang mit Trinidad. Ehe die Eingemeindung der beiden Inseln vollzogen war, hatte Tobago ein eigenes Postregal, freilich unter verschiedenen Herrschaften. In diesem Vortrag sind Poststücke ab Mitte des 18ten bis Mitte des 19ten Jh. zu sehen und zu bestaunen. Die Insel wurde im Jahre 1498 von Colombus entdeckt. Weitere 17 Jahre vergingen, ehe europäische Füße den Boden betraten.

Je nach Quelle änderte die Insel seit ihrer Entdeckung bis zur endgültigen Erklärung als englischer Besitz zwischen 23 und 31 mal die Territorialhoheit. Darunter Holländer, Kurländer und die üblichen Verdächtigen der Zeit, namentlich Engländer, Franzosen und Spanier.

1779 EL to Northern Ireland rated 1/2 + 10 d inland. Clear strike of DEAL SHIP_LRE. Reverse bears Bishop marks of London 24 SE and Dublin SE 30. Only one earlier letter from Tobago is currently recordedzoom
1779 EL to Northern Ireland rated 1/2 + 10 d inland. Clear strike of DEAL SHIP_LRE. Reverse bears Bishop marks of London 24 SE and Dublin SE 30. Only one earlier letter from Tobago is currently recorded
A scarce local letter from Douglas Elder to George Ferguson in Castara. 1775! zoom
A scarce local letter from Douglas Elder to George Ferguson in Castara. 1775!
 
 

Alle Vorträge gibt es vor Ort käuflich zu erwerben, Bestellungen werden auch noch nach der Messe angenommen.
Der Eintritt ist frei.

Für Fragen der Teilnehmer stehen neben dem Veranstalter auch die Länderkommissare zur Verfügung:

Schweiz: Joos Dünki, Ebnetstr. 10, 8424 Embrach, Tel.: 0041 44 8650668,joos.duenki@bluewin.ch
Österreich: Dr. Hadmar Fresacher, Richard-Wagner-Str.9/3, 9020 Klagenfurt, Tel.: 0043 463 502049
Italien: Dr. Thomas Mathá, Leegtorweg 6/A, 39100 Bozen, Tel.: 0039 347 5511471,t.matha@dnet.it
Ungarn: Denes Czirok,Pacsirta U 9/1, 8900 Zalaegerszeg,czirok.d@t-online.hu